Solar: Kritik an Stafzöllen wird lauter
[22.05.2013]
Die EU will den Import von Solarmodulen aus China mit Strafzöllen belegen.
An der Entscheidung, Strafzölle auf chinesische Module zu verhängen, entzündet sich immer mehr Kritik. Selbst der "Bundesverband Regenerative Mobilität" hält den Schritt der EU für einen Fehler.
„So gut, wie diese Aktion gemeint sein mag – sie kommt um zwei Jahre zu spät“, sagt Peter Schrum, Präsident des Verbandes. Es gebe kaum noch europäische Modulhersteller. Und die wenigen, die sich noch am Markt tummeln, seien oftmals hoch verschuldet. Schrum sieht auch nicht nur eine Gefahr in der Dumping-Preis-Strategie der Chinesen für die europäischen Unternehmen. Die schwierige Lage der heimischen Industrie ist aus seiner Sicht hausgemacht. "Die Probleme der Unternehmen wurden ohnehin größtenteils durch falsche Managemententscheidungen verursacht", sagt Schrum. Außerdem würden Strafzölle die Solaranlagen nur verteuern und der ohnehin schleppende Absatz breche womöglich ein.
China-Module kaum schlechter als deutsche?
Die deutsche Solarbranche funktioniere bereits seit Jahren wie folgt: Deutsche Solar-Spezialmaschinen und Elektrotechnik werden nach China exportiert, da die Investitionen mit günstigen Zinsen durch die chinesischen Staatsbanken unterstützt werden. Mehrere 10.000 Arbeitsplätze sind so im deutschen Maschinenbau entstanden. Die meist vollautomatisch arbeitenden Werke werden von europäischen Qualitätssicherern wie beispielsweise dem TÜV Deutschland überwacht.
Das deutsche Solarhandwerk importiert diese Module aus China und verbaut sie in den PV-Anlagen. Der Modulpreis macht heute noch einen Wert von ca. 38 % am Gesamtwert der Solaranlage aus. Diese PV-Anlagen werden u.a. auch wieder als „Made in Germany“ in das Ausland exportiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob Teile davon in China gefertigt wurden oder nicht. 70.000 deutsche Jobs sind direkt vom Handel, von der Montage bis zum Service von PV-Anlagen abhängig.
„Das deutsche Solarhandwerk muss deshalb weiterhin die Möglichkeit behalten, sich günstig mit qualitativ guten Solarmodulen aus deutschen Fertigungsstraßen aus China versorgen zu können. Es gibt kaum noch deutsche oder europäische Hersteller, denen deutsche Banken vertrauen und dafür Kredite geben. Deshalb sind die Schutzzölle für die Branche Gift“, so Schrum.
„EU-Strafzölle auf Waren des größten deutschen und europäischen Handelspartners – China – provozieren chinesische Sonderzölle auf die Einfuhr deutscher oder europäischer Produkte. Die Antwort der chinesischen Seite wird nicht lange auf sich warten lassen. Der Schaden für den deutschen Maschinen- und Stahlbau, die Elektrotechnik, den Handel und die Automobilindustrie ist noch gar nicht absehbar. Deshalb bitten wir die Verbände dieser Branchen um schnellstmögliche Unterstützung, die EU-Strafzoll-Beschlüsse wirtschaftspolitisch zu bekämpfen. Wir werden uns noch direkt an die Bundeskanzlerin wenden und sie bitten, Strafzölle zu unterbinden und Schaden von der deutschen Wirtschaft abzuwenden“, so Schrum weiter.




